Kreisgruppe Mönchengladbach

25 Jahre BUND in Streiflichtern

1979

Zum Gründungsaufruf kamen mehr als 30 Personen zusammen. Viele wollten „sofort" loslegen: „Global denken und lokal handeln". Doch die Gründungsphase wurde leider mehr von monatelangen Satzungsdiskussionen dominiert, so dass mit der Zeit fast die Hälfte der anfangs Interessierten fernblieb.
Aber ein „harter Kern" hatte sich gefunden: z.B. Uschi Köhnes, Roman Zimprich, Winfried Schimana, Detlef Dässel und Christel Jörg. Vorsitzender wurde Harald Freese. Er blieb es bis 1986.

1980

Ein erster großer Erfolg war die Verhinderung der Bundesgartenschau. Zusammen mit der BI gegen die BUGA überzeugten wir die SPD, dass im Bereich Schloss Rheydt, Volksgarten und Bungtwald mehr Natur zerstört werde als durch die BUGA jemals geschaffen werden könne. Als die SPD nicht mehr im Boot war, sprang auch die CDU ab.

1981

An einem „autofreien Sonntag" sind wir mit einem Pony-Wagen mit Fahrradbegleitung von RY nach MG gefahren. Diese Aktion war angesichts der Schnelligkeit der Autofahrer lebensgefährlich, so dass sie nicht mehr wiederholt wurde und auch keinem zu empfehlen wäre. Mit dabei war unsere langjährige Schatzmeisterin Uschi Köhnes mit Kindern.
Ein Lieblingswort unseres Vorsitzenden Harald Freese: „Nistkastenstrategen". Damit waren die Naturschützer gemeint, denen unsere umweltpolitische Ausrichtung total abging.

1982

Trotz eines hervorragenden „Konzeptes zur Renaturierung des Bungtbaches, dass wir der Verwaltung vor 20 Jahren vorgelegt hatten, fließt er immer noch kanalisiert durch das 'Naturschutzgebiet Volksgarten/Bungtwald. Dabei ist ein naturnaher und mäandrierender Bach einfach nur „schön" !
Heinz und Sabine Rütten stoßen zu uns.

1983

Eines der erfolgreichsten Jahre des BUND.
Erste Vorschläge zur Rekultivierung der Nassabgrabung Vorster Busch und der Alt-Abrabung am Trimm-Dich-Pfad im Hardter Wald. Aktion zur Säuberung und Abschirmung des Erdkrötenbiotops mit SchülerInnen der Hauptschule Hardt. Beide Initiativen unter Federführung von Heinz Rütten endeten schließlich mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet.
Für den Gerkerather Wald beantragt der BUND die einstweilige Sicherstellung.
Heinz Rütten legt die erste Feuchtgebiets- und Amphibienkartierung in Mönchengladbach vor. Das Gutachten wurde von ihm im Rahmen einer ABM-Maßnahme bei der Stadt Mönchengladbach erstellt.
Eine Kopfweidenaktion bei Schloss Myllendonk war zwar anstrengend, aber wegen der positiven Presseresonanz sehr erfolgreich! Eine große Hilfe war uns Herbert Thewes - Zitat: „Eine Säge oder eine Frau verleiht man nicht ........."

 

Es gab in all den Jahren eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Landwirten - von der Anlage von Hecken und Feuchtbiotopen (Tümpel im Gerkerather Wald), über blühende Ackerrandstreifen bis hin zu Podiumsdiskussionen und Aktionen mit der Katholischen Landjugend.
Die Stadt versucht sich an der Ausfstellung des Landschaftsplans, der seit 1975 von den Städten und Kreisen in NRW erstelt werden muss. Der BUND mischt von Anfang an mit.
Der BUND macht – auch in Mönchengladbach – Front gegen RHEINBRAUN.
Unser 2. Vorsitzender, Detlef Dässel, wurde uns leider nach ca. 3 Jahren von der CDU abgeworben und hat dann eine neue Heimat in der KPV (kommunalpolitischen Vereinigung) gefunden.
2. Vorsitzender wird Heinz Rütten..

1984

Die Ausstellung des Landesverbandes “Schutz der Feuchtgebiete” im Rathaus Rheydt ist ein Erfolg.
Die Stadt gibt die Broschüre “Unser Grün” heraus, die vom BUND mehr belächelt als kritisiert wird.
Wir suchen erstmals ein Grundstück für einen Naturgarten nach unseren Vorstellungen
BUND legt im Gerkerather Wald ein Feuchtbiotiop an. Das Erdkrötenbiotop im Hardter Wald wird bepflanzt-
Um die Lederfabrik Goebels, die letztes Jahr ihren Betrieb einstellte, rumort es kräftig: “Altlasten”!

1985

Alfred Schneider (BUND) und Martin Sasum (DBV) gründen gemeinsam eine Jugendgruppe. Im Haus Zoar wird die Ausstellung “Feuchtgebiete in Mönchengladbach” von Heinz Rütten gezeigt.
Roman Zimprich sucht Paten für Ackerrandstreifen. Marianne Küchenhoff wird aktiv. Ihre Spezialität: Leserbriefe, die “sitzen”!

1986

Der BUND übernimmt die Pflege des Heidemoores im Gerkerather Wald und des Amphibiengewässers im Hardter Wald im Rahmen einer Patenschaft. Für die Pflege des Erdkrötengewässers im Hardter Wald erhält der BUND einen Umweltpreis des Zweckverbandes Naturpark Schwalm-Nette.
Antrag auf einstweilige Sicherstellung der Tongrube Dreesen in Rheindahlen.
Roman Zimprich kämpft um den Erhalt Eickener Kleingärten, der „Grünen Lunge“ Eickens.
Der BUND beantragt beim Stadtrat die Einführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung in der Bauleitplanung – erfolglos.
Der BUND kritisiert, dass der Landschaftsplan nicht weiter kommt, beschwert sich über die schlechte personelle Ausstattung der Umweltbehörde. Auch der Beirat wird aktiv: die Bezirksregierung wird eingeschaltet. Die Erstellung des Landschaftsplans wird einem Planungsbüro übertragen.

 Landesweit versucht die Jägerschaft, mit den Naturschutzverbänden anzubändeln. Der BUND verweigert sich. Es kommt darüber im Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde in Mönchengladbach zum Eklat. Der 2. Beiratsvorsitzende Harald Freese tritt zurück.
Die Monatstreffen werden von der Gaststätte Maubach nach ‚Alt Ohler’ verlegt.
Peter Dönicke taucht auf und übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit des BUND. Die Zahl der Leserbriefe und Presseerklärungen steigen in der Folgezeit in nie gekannte Dimensionen.
Heinz Rütten wird neuer 1. Vorsitzender, P. Dönicke sein Stellvertreter.
1987

1. Naturschutz-Fahrradrallye mit dem DBV und der VHS – 110 TeilnehmerInnen. Bundesweite Resonanz über Anforderung von Muster-Teilnehmerunterlagen.
Alfred Schneider erhält vom BUND einen BAT-Detektor und gründet den Arbeitskreis „Fledermauskartierug“. Mit dem Heimatverein Dorthausen werden die Flachskuhlen an der Viehstraße gründlich gesäubert und entmüllt.
Die Tongrube Dreesen wird umgepflügt - die Anstrengungen um eine Unterschutzstellung im letzten Jahr für die Katz! Der BUND erwirkt Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den RP wegen Untätigkeit.
Das Umweltamt (RY) wird gegründet. Neuer Dezernent wird K.J. Haupts (FDP).
Die Kreisgruppe zählt 140 Mitglieder.
Peter Dönicke und Heinz Rütten vertauschen ihre Vorstandsämter, unterstützt nun von Alexander Paul. Die künftigen Monatstreffen finden im Gemeindezentrum Immelmannstraße statt.

1988

Und wieder wird „mit dem Fahrrad die Natur entdeckt“.
Alexander Paul kümmert sich um die Biotopkartierung in Mönchenbgladabch. Telefonaktion bei der RP über Umweltschutz.
Ausstellung „Grün kaputt“ im Math.Nat. An den 3 Tagen Öffnungszeit besuchten sie „sage und schreibe" 15 Mitbürger und Mitbürgerinnen. Es muss wohl am abschreckenden Titel gelegen haben. Fazit: ganz schön frustrierend und nie mehr wieder!
Ökologisches Filmforum in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule. Pflanzentauschbörse in Dorthausen. Da steckt wieder der Alfred hinter!
Die Altlast Goebels in Wickrath ist wieder Thema.
Der 1. Entwurf des Landschaftsplans wird der Öffentlichkeit vorgestellt.

1989

Nutzung einer Freifläche in einem Kleingarten-Gelände ‚An der Landwehr’ in Pongs zur Anlage eines naturnahen Gartens. Themenorientierte Praxis Seminare wurden über die Volkshochschule angeboten. Der „Neuzugang“ Inge Röger ist hierbei treibende Kraft.
Die Stadt verabschiedet sich von der aktiven Teilnahme an der „Mönchengladbacher Umweltwoche“.

1990

Das Thema Müllverbrennungsanlage in Mönchengladbach wird akut. Dezernent Haupts verabschiedet sich in die Privatwirtschaft, Abteilung Abfall. Ein Schelm, wer ....
E. Oberem wird neuer Umweltdezernent.
Marianne Küchenhoff konzipiert eine Ausstellung zum Landschaftsplan, die durch das Stadtgebiet „wandert“.
Der BUND kritisiert die sukzessive Abspeckung des Planwerkes, was Festsetzungen für den Naturschutz angeht.

1991

Alfred Schneider bringt einem Kuckuck das Fliegen bei.

1992

Der BUND setzt sich mit dem Heimatverein Dorthausen für den Schutz des Waldgebietes Viehstraße ein.
Gegen den Bau einer Müllverbrennungsanlage, von der Stadt favorisiert, geht der BUND massiv in Stellung. Ein auf Flechten basierendes Luftgütegutachten wird im Rat vorgestellt. Politiker wollen etwas gegen die dicke Luft tun.
Sabine Rütten eröffnet eine Jugendgruppe.

1993

Die Goldene Blume von Rheydt, ein von den Umweltverbänden nicht ganz ernst genommener Umweltschutzpreis der Stadt, geht in diesem Jahr an Bundesumweltministers Dr. Klaus Töpfer. Dieser besucht die Umweltverbänden und initiativen im Rahmen einer Podiumsveranstaltung, zu der die Umweltinitiativen quasi als Gegenveranstaltung eingeladen hatten.
Verleihung eines alternativen Mönchengladbacher Umweltschutzpreises an die BUND-Kreisgruppe durch Bündnis 90/Die Grünen im Rahmen einer Gegenveranstaltung zur Verleihung des Mönchengladbacher Umweltschutzpreises 'Die Goldene Blume von Rheydt an Bundesumweltminister Dr. Klaus Töpfer.

1994

Die städtische Politik verzichtet auf den Bau einer Müllverbrennungsanlage in Mönchengladbach nach jahrelangen Bemühungen der örtlichen Umweltverbände und initiativen Das Projekt „Nordpark“ taucht am Horizont auf. Der neue Umweltdezernent Hormes gerät ins Schwärmen.

1995

Da wir meistens zu wenige sind, um alle wünschenswerten Bereiche unserer Aufgaben abzudecken bzw. sich viele nach einer aktiven Zeit wieder zurückziehen - ist und bleibt die Mitgliederwerbung eine stete Aufgabe. Köstlich war die „Suchanzeige" in einem unserer Rundbriefe: „Wir suchen „Jemand Anderen" !!!" (Nach dem Motto „Lass das mal jemand Anderen machen!" Es hat sich bis heute keiner gemeldet.)
BUND und DBV überprüfen Kompensationsfestsetzungen für Eingriffe in Natur und Landschaft – mit verheerendem Ergebnis.
Die Gestaltung des BUND-Gartens “An der Landwehr” macht Fortschritte. Ein kleines Paradies ist in 6 Jahren entstanden, das von den umliegenden Kleingärtnern indes kaum zur Kenntnis genommen, geschweige denn gewürdigt wird. Inzwischen hängt fast die gesamte Gartenarbeit am Vorstand (samstags alle 14 Tage!), nachdem sich Inge Röger aus der aktiven BUND-Arbeit zurückgezogen hat. Heinz und Peter geht langsam die Luft aus.

1996

Initiierung des inzwischen erfolgreichen Energiesparprojekts 'halbe/halbe' an den Mönchengladbacher Schulen über einen BUND-Bürgerantrag Auch das Thema „Landschaftsplan" hat uns fast eine Ewigkeit begleitet: Die Diskussionen, Schreiben, Anträge und Leserbriefe sind unzählbar! ! Erwähnenswert: Unser erstes umfangreiches Positionspapier zum LP wurde vom „NIERSBOTEN" komplett abgedruckt. Solch einen „ganzseitigen Presseerfolg hatten wir seit dem nie wieder.
Bei der Kampagne „Mehr Natur in Dorf und Stadt" haben wir uns einmal mehr bemüht, unseren lieben Mitbürgern und Mitbürgerinnen die Augen zu öffnen und sie zum „Umhandeln" zu ermuntern. Die Zusammenarbeit mit Marianne Küchenhoff hat uns viel Spaß gemacht.

1997

"Der BUND ist Mitinitiator zur Gründung des sog. 'Zukunftsforums'.
Durchführung eines 1. Mönchengladbacher Strom und Wassersparwettbewerbs" Auch die Arbeit im Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde könnte Bände füllen. Haralds Dauergeplänkel mit dem damaligen Vorsitzenden „Kunibert" bleiben unvergessen.

1998

Die Kreisgruppensitzungen finden jetzt im Haus Zoar statt. Die Aktion „Energiesparen an Schulen" (EAS), eine Initiative von Konrad Multmeier in Zusammenarbeit mit dem Schulamt, beginnt.

1999

Das Thema „Rheinbraun" lag bei der Frauke Trapp viele Jahre in guten Händen!!! Uschi Köhnes wird für 20 Jahre engagierte Mitgiedschaft geehrt.
Der Veranstaltungskalender des BUND erhält ein neues, farbiges Gesicht und wird zur Dauereinrichtung, wohl gefüllt mit attraktiven Veranstaltungen. Die Fahrradrallye mit NABU (früher DBV) und VHS lebt wieder auf. Die Zusammenarbeit mit dem NABU wird intensiviert.
Konrad Multmeier wird neuer Vorsitzender, der bisherige, Peter Dönicke, wird Schatzmeister. Uschi Köhnes geht in den verdienten Ruhestand.

2000

Der BUND stellt mit Christel Jörg die Vorsitzende des Beirates bei der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Mönchengladbach.
Unser ehemaliger Vorsitzender, Peter Dönicke, wurde für sein 12jähriges ehrenamtliches Engagement offiziell von der Stadt MG ausgezeichnet. Er war mit Sicherheit nicht der einzige, der in den letzten 20 Jahren eine solche Auszeichnung verdient hätte. Die Stadtbibliothek Rheydt erhält vom BUND zahlreiche Bücher zum Umweltschutz als Geschenk. Diese “Umweltbibliothek” wird in den nächsten Jahren fortgeführt.

2001

Der BUND geht mit der Zeit und hat nun eine Homepage. Erstellt und betreut wird sie von Heinz Rütten, der immer noch den stellvertretenden Vorsitzenden macht.
Am Projekt „Energiesparen an Schulen“ sind inzwischen 68 Schulen beteiligt. Die Stadtbibliothek erhält vom BUND eine Spende über 100 Bücher zum Thema Umweltschutz. Der BUND spricht sich gegen die Reaktivierung des EISERNEN RHEIN aus.

2002

Der BUND betreibt die einstweilige Sicherstellung des Kammmolchbiotops im Nordpark und macht die Stadt auf ihre Verpflichtungen zur Sicherung und Entwicklung der inzwischen stillgelegten Baggerseen im Vorster Busch aufmerksam. Ein „Runder Tisch“ wird gegründet, um Maßnahmen gegen den exzessiven Wochenend- und Feierabend –Tourismus zu beraten.
Der „Einkaufsführer Bio-Lebensmittel“ wird zusammen mit der FH Niederrhein erstellt und herausgegeben. Er kommt sehr gut an. Alfred Schneider säubert die Flachskuhlen Viehstraße zum xten Mal.

2003

Alfred Schneider erhält die Goldene Ehrennadel der Stadt für sein Engagement im Natur- und Heimatschutz.

2004

Der BUND und andere Verbände/Initiativen machen gegen den Ausbau des Verkehrslandeplatzes MG mobil. Der BUND fordert mit Nachdruck die nachprüfbare Darlegung der Kompensationsmaßnahmen im Stadtgebiet, insbesondere für den Nordpark. Die Stadt blockt.
BUND kritisiert: Zukunftsszenarien zu "MG 2030" beachten Umweltbelange kaum. Wegen des sparsamen Umgangs mit Energie erhielt das Krankenhaus Bethesda vom BUND das Güte-Siegel „Energie sparendes Krankenhaus“.

2005

Der Bio-Einkaufsführer wird neu aufgelegt.



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