Kreisgruppe Mönchengladbach

Was tun gegen Feinstaub?

Feinstaub (particulate matter - PM10) - das sind winzige Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 µm, die massenhaft durch die Luft schwirren. Sie stammen von Heizungs- und Industrieanlagen, Baustellen, vor allem aber aus den Auspfuffrohren von Kraftfahrzeugen. Dabei sind die feinen Rußpartikel aus Diesel-Kfz besonders gefährlich. Sie gelangen ungehindert in die Lunge und können dort Entzündungen, Asthma oder Krebs auslösen.

Die europäische Luftreinhaltelinie legt Grenzwerte für die Feinstaubbelastung fest. Allerdings werden diese in fast allen Bundesländern überschritten.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Recht auf gute Luft durchsetzen können.

Fahren Sie selbst rußfrei!

Rußfilter für Dieselmotoren kosten nur wenige hundert Euro und filtern über 99% der Partikel aus den Abgasen.

Sollten Sie ein Dieselfahrzeug besitzen, erkundigen Sie sich bei Ihrer Kfz-Werkstatt nach den Möglichkeiten, einen Rußfilter einzubauen. Falls Sie planen, ein Dieselfahrzeug zu kaufen, dann nur mit Filter.

Der VCD hat eine Liste der Dieselfahrzeuge mit serienmäßig eingebautem Partikelfilter veröffentlicht, die Sie hier einsehen können.


Download     VCD-Liste "Diesel-PKW mit Partikel-Filter" (Stand: 05.07.2004) (2 Seiten).

Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde!

Fragen Sie die Bürgermeisterin oder den Bürgermeister nach der Feinstaubbelastung Ihrer Gemeinde. Werden die gültigen Grenzwerte überschritten, müssen Luftreinhaltepläne aufgestellt werden.

Wenn der Verdacht besteht, dass eine Grenzwertüberschreitung besteht (das dürfte an vielen Verkehrsschwerpunkten der Fall sein), gilt es, Klarheit über folgende Fragen zu gewinnen:


  • Wird in dem betreffenden Ort/Stadtteil/Straßenzug die Feinstaubbelastung ermittelt?
    Wo sind die Messstationen?
    Was sind die Ergebnisse?

  • Falls eine Grenzwertüberschreitung fest gestellt wurde:
    Besteht sie schon länger? Liegt ein Luftreinhalteplan vor?


Ansprechpartner ist das örtliche Umweltamt. Nutzen Sie Ihr Recht auf Informationen!

Fordern Sie Ihr gutes Recht auf saubere Luft!

Falls trotz Feinstaubbelastung kein kommunaler oder regionaler Luftreinhalteplan bzw. Aktionsplan existiert, muss eine solcher erstellt werden. Sollten sich Gemeinden quer stellen: Die fachliche Aufsicht für die Umsetzung des BImsSchG üben die Länder (Landesumweltministerien) aus.

Sie können den Kommunen konkrete Vorschläge machen, wie sie die Feinstaubbelastung effektiv senken können; bei der Aufstellung der Pläne ist eine Bürgerbeteiligung vorgesehen.

Sinnvolle Maßnahmen sind: Temporäre Fahrverbote, Benutzervorteile (nur Diesel-Kfz mit Filter kommen in die Innenstadt rein), Parkraumbewirtschaftung, allgemeine Tempoangleichung, Pförtnerampeln (stauen den Verkehr außerhalb der Stadt/Innenstadt), konkrete Förderung von öffentlichen Verkehr und Radverkehr etc.

Weniger sinnvolle Maßnahmen sind: Das Besprengen von Straßen (um den Staub zu binden), Bau oder Ausbau von neuen Straßen (Autobahnen, Ortsumgehungen).

Im Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) ist ein individueller Anspruch auf saubere Luft verankert. Wenn Gemeinden entweder
a) trotz Feinstaubbelastung bis Ende 2004 keinen Luftreinehalteplan aufgestellt haben oder

b) einen Luftreinhalteplan aufgestellt haben, der aber keine geeigneten Maßnahmen zur Partikelreduktion vorsieht
können Betroffene juristisch vorgehen.

Betroffener im Sinn des BImSchG ist, wer dauerhaft einer Grenzwertüberschreitung ausgesetzt ist. Das können sowohl Anwohner einer Straße sein als auch Menschen, die sich aus anderen Gründen (Arbeit, Schule, Studium) regelmäßig in einem von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Gebiet aufhalten.

Wenden Sie sich an Ihre BUND-Gruppe!


Download     Miniflyer Feinstaub

Download     Feinstaubbelastung und Maßnahmen in Europa (26 Seiten)

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Was tut unser Stadtrat?

Am 17.3.2005 wurde im Umweltausschuss des Gladbacher Stadtrates über drei Anträge von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema Luftqualität beraten. Hier die Beschlussentwürfe:

Der Umweltausschuss empfiehlt dem Hauptausschuss und dem Rat, die Verwaltung zu beauftragen:

1. das Landesumweltamt aufzufordern, zwei weitere Messstationen zur Überwachung der Luftqualität in Mönchengladbach einzurichten.

2. geeignete Standorte an hochbelasteten, stark befahrenen Straßen mit engen Häuserschluchten ausfindig zu machen und diese als Standorte dem Landesumweltamt zu benennen.

Der Umweltausschuss empfiehlt dem Hauptausschuss und dem Rat,

1. die NVV AG wird gebeten, bei Neuanschaffungen Busse mit Dieselrußfiltern zu bestellen und die bereits vorhandenen städtischen Busse mit Dieselrußfiltern nachzurüsten.

2. gleiches gilt für die Fahrzeuge der GEM und der Stadt Mönchengladbach.

Der Umweltausschuss empfiehlt dem Hauptausschuss und dem Rat, die Verwaltung zu beauftragen,
vorsorglich einen Luftreinhalteplan in Kooperation mit der Bezirksregierung für die Innenstadtbereiche aufzustellen.

Die drei Anträge von Bündnis 90/Die Grünen, die die Gesundheit der BürgerInnen in MG zum Inhalt hatten, wurden im Umweltausschuss vom 17.3.2005 abgelehnt.

Aber zumindest haben sich Ratsherren und -frauen mit diesem hochaktuellen Thema jetzt schon einmal beschäftigt. Es wird zweifelsohne in naher Zukunft wieder auf sie zukommen, zwangsläufig, denn die europäische Kommission, die die rechtlichen Vorgaben geschaffen hat, will Tatem sehen - auch in Mönchengladbach.

Und was sagt das Bundesumweltamt dazu? [mehr]


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