Ist die sogenannte "traditionelle Landwirtschaft" ein giftiges Geschäft?
Gelegentlich erschüttern Katastrophenmeldungen über Dioxin-Eier, Salmonellen-Vergiftungen und Rinderwahnsinn die Verbraucher. Das ist die Spitze des Eisbergs. Die "ganz normalen" Probleme sehen anders aus, hier zwei beispielhafte Schlagzeilen über den täglichen Wahnsinn:
0,1 Kilo Dünger im Bett
Im Wirtschaftsjahr 1997 wurden 476 kg/ha Dünger auf deutschen Äckern verteilt, das entspricht einer Menge von 0,1 Kilo auf 2 m² (Größe eines handelsüblichen Einzelbettes).
Cocktailstunde: 1.031 Mixturen zugelassen
Die stattliche Anzahl von 1.031 verschiedenen Vernichtungs- und Bekämpfungsmitteln gegen Unkraut, Insekten, Pilze etc. ist in Deutschland zugelassen, verkauft wurden 1996 37.000 t, das entspricht 213 kg Gift pro Quadratkilometer Acker.
Die Intensität der Düngung mit Kunstdüngern und Gülle führt zur Belastung der Umwelt mit Nitrat und Phosphor. Diese Stoffe finden sich in Flüssen, Seen und im Grundwasser wieder und müssen, da sie dem Menschen gefährlich werden können, mit großem Aufwand aus dem Trinkwasser entfernt werden. In den Gewässern sind sie für Sauerstoffarmut, Algenwachstum und Fischsterben verantwortlich.
Im ökologischen Landbau ist die Verwendung von Kunstdünger verboten, es wird keine Gülle erzeugt, sondern Mist, der den Böden als Nährstofflieferant dient.
200.000 Schweine mit schwachen Herzen aber einer zusätzlichen Rippe stehen in einem Stall, 500.000 Hühner sitzen in Käfigen in einem fensterlosen Gebäude, Milchkühe haben noch nie die Sonne gesehen.
Diesen Streß überleben die "Nutztiere" nur mit Hilfe von Arznei und Antibiotika und durch importierte Futtermittel aus Südamerika oder anderen Ländern, in denen häufig noch Pestizide benutzt werden, die bei uns schon lange verboten sind.
So kommt zum Beispiel DDT über den Umweg des Schweinekoteletts doch wieder auf unseren Tisch.
Im ökologischen Landbau werden Haustierrassen gehalten, die nicht auf Höchstleistung gezüchtet sind, sondern nach Qualitätsmerkmalen ausgewählt werden; so ist nicht die Quantität der Kotelettes entscheidend, sondern die Qualität.
Die Tiere werden in ausreichend großen Ställen gehalten, nicht angekettet, Hühner laufen frei herum und das Futter kommt entweder vom eigenen Hof oder wird unter strengen Qualitätsrichtlinien zugekauft.
Nur kranke Tiere werden nur für kurze Zeit mit wenigen speziell ausgesuchten Medikamenten behandelt.
In den traditionell wirtschaftenden Betrieben werden gentechnisch veränderte Lebensmittel dem Verbraucher untergejubelt, obwohl ihr Nutzen nicht nachgewiesen werden kann und die Risiken noch nicht erforscht sind. Die Kennzeichnungspflicht ist unvollkommen und bei unverpackten Waren gibt es gar keine.
Der ökologische Landbau ist frei von Gentechnik.
Was nun - Was tun?