Kreisgruppe MönchengladbachWir begrüßen die Entscheidung des Regionalrates, den Antrag auf Änderung des Gebietsentwicklungsplanes (GEP) und somit den Neubau einer Landebahn am Flughafen Mönchengladbach abzulehnen.![]() Auch wenn die Entscheidung angesichts der vielen Einsprüche und Bedenken der Nachbarkommunen, der Umweltverbände und der GRÜNEN in Mönchengladbach nahe lag, war bis zum Schluss nicht sicher, ob sich die Vernunft am Ende durchsetzt. Aber offensichtlich haben die Argumente der Flughafen-Gegner überzeugt. Der Flughafenausbau ist
Dies belegt eindrucksvoll ein umfangreiches Gutachten, dass die Flughafengegner bei einem renommierten Fachanwalt aus Berlin in Auftrag gegeben haben. Die Befürworter des Flughafens ficht das indes nicht an. Sie träumen weiterhin vom prosperierenden Großflughafen bis zum bösen Erwachen, das die Protagonsiten bedeutender Großprojekte und Zukunftsvisionen in Mönchengladbach häufiger ereilt und am Ende nicht selten den Steuerzahler mehr trifft als den Träumer. Erfahrung macht nicht jeden klug. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Meinung des Hochtief-Chefs Hans-Peter Keitel zum Flughafenausbau, wiedergegeben in einem Interview der Westdeutschen Zeitung am 24. Januar 2006: Frage: Was soll mit der Mehrheitsbeteiligung am Flughafen Mönchengladbach geschehen? Keitel: Wir können konkret keinen Grund für die Gesellschaft erkennen, den Ausbau von Mönchengladbach zu finanzieren. Eine Fluglinie zu zwingen, woanders zu landen als dort wo sie es geschäftlich für richtig hält, klappt nicht. Diese Verlagerungseffekte haben wir zwischen Köln und Düsseldorf vergeblich versucht. Und wenn Mönchengladbach irgendeine Berechtigung hätte, dann durch Verlagerungseffekte, die es aber nicht gibt. Frage: Mönchengladbach ist ein finanzieller Klotz am Bein. Warum ist er nicht schon verkauft? Keitel: Flughäfen sind keine Handelsware. In Mönchengladbach wird die Verlängerung des Startbahn im Planfeststellungsverfahren gerade geprüft und wenn es da keine Zukunft gibt, wird sich der Düsseldorfer Flughafen dazu seine Gedanken machen müssen. Die Hochtief ist 50%iger Anteilseigner am Flughafen Düsseldorf, und der ist mit 70% am Flughafen Mönchengladbach beteiligt. In sofern ist die Hochtief Hauptfinanzier der Ausbauvisionen und beurteilt die Dinge wahrscheinlich kühl und sachlich nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten.
![]() Südlicher Flughafenbereich im August 2009. Im Hintergrund der schützenswerte Auwaldbereich. Im Vordergrund: Aufschüttungen durch den Flughafenbetreiber. Die Westdeutsche Zeitung berichtete am 8.8.09 darüber. Foto: Heinz Rütten, 2009 Wie geht es weiter?Der BUND für Umwelt und Naturschutz fordert jetzt, wo feststeht, dass der Flughafenausbau nicht mehr kommen wird und der spärliche Flughafenbetrieb wohl auf Dauer nicht zu finanzieren ist, aus der Not eine Tugend zu machen und den umgebenden Naturflächen den Status zurückzugeben, den man ihnen aus Rücksicht auf die Ausbaupläne sukzessive genommen hat.„Gewerbeflächen haben wir in Mönchengladbach inzwischen genügend auf Vorrat, an Naturräumen man-gelt es hingegen“, so Konrad Multmeier vom BUND. In den letzten 20 Jahren, seit das Verfahren zum Flughafenausbau läuft, wurden Schutzstatus und Schutz-gebietsgrößen im Landschaftsplan sukzessive verkleinert, um das Verfahren zu vereinfachen. Ursprünglich galten Teile der Waldflächen im Norden noch als naturschutzwürdig. Inzwischen ist das ganze Gebiet um den Flughafen herum ganz aus dem Landschaftsplan verschwunden. ![]() Landschaftsplan-Entwurf 1985 u. 1990 ![]() Landschaftsplan 2004 Weite Teile der übrigen Niersniederung , zu der auch das Flughafenareal zählt, stehen in Mönchengladbach unter Landschafts- und Naturschutz (Volksgarten/Bungtwald, Hoppbruch in Giesenkirchen, Finkenberger Bruch in Wickrathberg, Wetscheweller Bruch …). „Vom Naturpotential her stehen die Flächen am Flughafen den anderen Naturschutzgebieten in nichts nach, das haben gerade auch die zahlreichen Gutachten im Zuge des geplanten Flughafenerweiterung ge-zeigt“, sagt Heinz Rütten vom BUND. Der BUND bemüht sich, die ursprünglich festgesetzten Schutzgebiete wieder in den Landschaftsplan zu integrieren und hat sich mit einem Antrag auf einstweilige Sicherstellung an die Bezirksregierung gewandt (siehe unten). Er hofft nun auf breite Unterstützung durch Politik und Verwaltung. „Vielleicht“, so der BUND, „ kann sich die Politik in diesem Fall ja auch einmal dazu durchringen, Flächen, die „frei“ werden, großzügig der Natur zurück zu geben. Der relativ große Niederungsbereich am Flughafen würde sich dafür - auch als dringend benötigter Retentionsraum – sehr gut eignen.“
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