Kreisgruppe Mönchengladbach

"Summerbeat" am Sondermüll

Umweltgruppe greift Behörden an.

Von Herbert Baumann, WZ am 21.6.2003

Mönchengladbach. Vor allem Rock, Pop und Klassik wird den vielen Besuchern des Samstag beginnenden und bis Sonntagabend dauernden "Summerbeat" auf dem Gladbacher Flughafen in Neuwerk geboten. Eigentlich klingt das alles nach einem fetzigen Freizeitgenuss, gäbe es auf dem Austragungs-Gelände Flughafen nicht ein Sondermüll-Problem. Das jedenfalls behauptet Jutta Pofijt, Sprecherin des Gladbacher "Bund für Umwelt und Naturschutz e.V." (BUND). Dabei sei das brisante Thema den Behörden seit Jahren bekannt.

Bereits im September 2001, so Profijt Freitag zur WZ, habe der BUND die Gladbacher Stadtverwaltung über "die noch immer unerledigte Entsorgung großer Mengen belasteter Abfälle, die rechtswidrig auf dem Flughafen-Areal gelagert werden", aufmerksam gemacht. Passiert sei aber nichts.

Genau genommen bestehe das Altlasten-Problem aus zwei Halden. Eine sei voll mit belasteten Böden aus der letzten Startbahnverländerung, eine sei voll mit Überresten eines Brandes bei der ehemaligen Rhein-Flugzeug-Bau, RFB. Die Fläche der Pleite gegangenen RFB sei dann in den Besitz der Stadt gegangen, so Profijt. Seit Gründung der Stadtentwicklungsgesellschaft, EWMG, verwalte die Stadttochter die Liegenschaft am Flughafen. Auf Anfragen des BUND habe ein städtischer Sachbearbeiter aus dem Bereich Umweltschutz/Entsorgung bestätigt, dass die Fläche hochtoxisch sei. Das hätten Gutachten belegt.

EWMG-Hauptgeschäftsführer Manfred Nieland widersprach der Behauptung, das "RFB-Grundstück" gehöre der Stadt. "Das stimmt nicht, der BUND soll sich erst einmal schlau machen, ehe er Behauptungen in die Welt setzt." Laut Nieland sind die Besitzverhältnisse derzeit unklar. Auch beim Flughafen wisse man nichts darüber. Die Entsorgung sei auch nicht Aufgabe der EWMG. Er, Nieland, wolle sich aber trotzdem um das heikle Thema kümmern, versicherte er gegenüber der WZ.






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