Kreisgruppe Mönchengladbach

Überraschung im Nordpark

Zunächst sah alles nach einem Routineeinsatz aus, als ein besorgter Bauarbeiter im Nordpark den Naturschutzbund anrief, er habe in einem Betonbecken, das in Kürze abgerissen werden solle, einen Kammmolch entdeckt. Nun muss man wissen, dass dieser größte heimische Molch in Nordrhein-Westfalen äußerst selten ist (Rote-Liste-Art!) und im Stadtgebiet, außer in der Bistheide, nirgends mehr vorkommt. Entsprechend skeptisch waren die Naturschützer, als sie Anfang April das ominöse Becken mit seinem trüben Wasser und den steilen Betonwänden inspizierten. Schnell war man sich einig: In dem Loch ist nichts!

Um so größer war die Überraschung, was man am folgenden Montag, dem 15. April, beim Abpumpen tief unten im Schlamm so alles fand: 44 Frösche und 92 Molche, darunter den besagten Kammmolch. Sechs Amphibienarten förderten die Bauarbeiter unter den staunenden Augen von Vertretern der Naturschutzverbände und der Stadt zutage, so viele Arten an einer Stelle gibt es nirgends sonst in Mönchengladbach.

Die Bundesartenschutz-Verordnung stellt Amphibien unter besonderen Schutz. Grundsätzlich sind hiervon sämtliche europäische Amphibienarten betroffen. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtline der EU stellt darüber hinaus speziell Triturus cristatus, den Kammmolch, unter strengen Schutz. Die Richtlinie enthält Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Was aber machen diese Tiere in einem Becken, das gerade so groß ist wie ein Swimmingpool, ohne Pflanzen, und dann noch in dieser Anzahl?

Die Lösung liegt in unmittelbarer Nähe. Dort befindet sich ein großes Sumpfgebiet mit Weiher, Tümpeln, Gräben, mitten im Wald. Hier liegt das Laichrevier der Tiere, ist sich Heinz Rütten, Amphibienexperte des BUND, sicher. Wenn sich schon so viele Tiere im Betonbecken verirrt haben, wie groß muss erst ihre Anzahl in diesem Sumpfbiotop sein?

Die Naturschützer wenden sich nun an die Stadt Mönchengladbach und hoffen, dass das wertvolle Amphibienbiotop beim weiteren Ausbau des Nordparks erhalten und geschützt werden kann.

Der Nordpark ist noch für manche Überraschung gut.


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