Kreisgruppe Mönchengladbach

Ozonbelastung steigt weiter

"Die Spitzenwerte der Ozonkonzentration in Mönchengladbach, die stündlich an der Urftstraße gemessen werden, sind nicht mehr so hoch, wie noch vor einigen Jahren. Das ist jedoch kein Grund zur Freude. Die viel gefährlichere Dauerbelastung steigt kontinuierlich an." Darauf macht Jutta Profijt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Kreisgruppe Mönchengladbach aufmerksam.

Allein im Juli wurde die als gesundheitsgefährdend anerkannte Durchschnittsbelastung von 110 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft über einen Zeitraum von 8 Stunden an insgesamt 7 Tagen deutlich überschritten, der höchste Mittelwert über diesen Zeitraum lag bei 140 µg/m³ Luft. An weiteren 6 Tagen blieb dieser Langzeitwert knapp unter 110 µg/m³ Luft. Eine Informationspflicht besteht erst ab einer Konzentration von 180 µg/m³ Luft.

Dabei hatte der Rat der Stadt auf Antrag des BUND bereits im Jahr 1996 beschlossen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die den Ausstoß von Ozon-Vorläufersubstanzen reduzieren. Dazu gehörten


  • eine Informationskampagne über die Zusammenhänge von Abgasen, Ozonentstehung und den Folgen des Sommersmogs,
  • Plakatwände und Spruchbänder an stark befahrenen Straßen, die zum Verzicht auf das Auto aufrufen sollten,
  • die Entwicklung eines Sonderverkehrsplanes zur Vermeidung von Autoverkehr,
  • Tempobeschränkungen auf innerstädtischen Straßen und
  • die Förderung von Privatinitiativen zur Schadstoffminderung.


Zum Teil wurden halbherzige Versuche unternommen, diese Maßnahmen umzusetzen, zum größeren Teil wurden sie allerdings gar nicht erst in Angriff genommen, da die "gewünschte Verringerung der Ozonvorläufersubstanzen (...) nur bundes- und landesweit zu erreichen" ist, wie das Umweltschutzamt in einem Schreiben vom 12.05.2000 dem BUND auf Anfrage mitteilte. Eine Initiative auf Landesebene, die der Rat ebenfalls beschlossen hatte, wurde allerdings auch nicht ergriffen.

Die Gesundheitsbelastungen, die von tränenden Augen über Atembeschwerden und Kopfschmerzen bis zum erhöhten Krebsrisiko reichen, nehmen daher weiter zu. Konsequenzen aus den stündlich aktualisierten Messergebnissen sind in Mönchengladbach offensichtlich nicht zu erwarten. (Die Messwerte sind nachzulesen unter www.lua.nrw.de).


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