Kreisgruppe Mönchengladbach

Meßwerte in MG - Und dann?

Es ist schon eine tolle Sache, daß wir demnächst über die Luftschadstoffe gemessen in 3,50 m Höhe (die Atmungsorgane der Absenderin befinden sich ca. 2 Meter tiefer) in einer ruhigen Wohngegend in Rheydt Bescheid wissen werden (zur Zeit funktioniert der Link von der Gladbacher Homepage zur TEMES Infoseite des Landesumweltamtes noch nicht) - und was dann?

Bereits im Jahr 1995 standen mobile Meßcontainer des LUA an verschiedenen Stellen in Mönchengladbach. Diese ermittelten die Luftschadstoffe, als Beispiel hier folgende Ozon-Werte (Grenzwerte festgelegt durch die europäische Richtlinie EWG 72/92):


  • Der Ozon-Grenzwert von 65µg/m³ Luft (24 Stunden-Wert; Vegetationsschäden und Ernteausfälle) wurde an 84 Tagen überschritten.
  • Der Ozon-Grenzwert von 180µg/m³ Luft (1-Stunden-Wert; Gesundheitsbeeinträchtigungen bei empfindlichen Personen, Lungenfunktionsänderungen) wurde an 26 Tagen überschritten.
  • An 11 weiteren Tagen lag der Ozonwert zwischen 175 und 180 µg/m³ Luft.
  • Der Ozon-Grenzwert von 240 µg/m³ Luft (1-Stunden-Wert; Atemschwierigkeiten, Abnahme der Leistungsfähigkeit) wurde an 2 Tagen überschritten.
  • Der höchste 1995 in MG gemessene Ozonwert lag bei 280 µg/m³ Luft. Das war am 10. Juli 1995.


Im städtischen Umweltamt lagen alle diese Daten einzeln - säuberlich abgelegt - vor. Die obige Auswertung hatte die Stadt sich gespart, sie wurde vom BUND auf Grundlage der offiziellen Daten des LUA erstellt.

Am 28.12.1995 forderte der BUND MG die Stadt MG dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, die die Ozonbelastung in unserer Stadt reduzieren sollten. Sechs konkrete Maßnahmen wurden angeregt, alle sechs wurden vom Rat der Stadt am 9. September 1996 einstimmig beschlossen. Geschehen ist seitdem nichts. Wo waren die Spruchbänder, die der Rat der Stadt an stark befahrenen Straßen anbringen wollte, wie intensiv waren die Appelle an alle städtischen Mitarbeiter, vorbildhaft auf das Autofahren zu verzichten, was haben die Gespräche mit der IHK ergeben, die zur freiwilligen Reduzierung von Ozon-Vorläufersubstanzen führen sollten (sofern diese Gespräche je stattfanden). Was ergaben die Kontakte mit den Stadtwerken, wenn sie schon nicht, wie geplant, ein Ozon-Ticket ergaben?

Wir können alle sehr froh darüber sein, demnächst (vielleicht) über die aktuellen Meßdaten informiert zu sein - aber mehr wird wohl auch nicht geschehen.

Weitere Informationen zum Thema Ozon in Mönchengladbach bei Jutta Profijt, Tel./Fax: 02166/187937


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