Kreisgruppe MönchengladbachSechsstreifiger Ausbau der BAB A52 und A 61 im Stadtgebiet MönchengladbachDie geplanten Trassenverbreiterungen sowohl der A61 als auch der A52 betreffen jeweils ein großflächi-ges Feuchtgebiet auf staunassem Pseudogley: zum einen Bist-/Großheide (A52) und zum anderen Vieh-straße/Südpark/Stadtwald Rheydt (A61).Es handelt sich bei den betroffenen Bereichen um flächig verbreitete Stauwasserböden (Pseudogleye), auf denen sich staunasse Wiesen/Heiden, bodensauere Birken-Stieleichenwälder und nährstoffarme Kleinge-wässer, überwiegend so genannte Flachsgruben aus der ehemaligen Flachsverarbeitung, als typische Ele-mente befinden. Dass beide durch den Ausbau der A61 und A52 betroffenen Feuchtgebiete sowohl die bedeutendsten Am-phibienvorkommen im Stadtgebiet als auch die einzigen im Stadtgebiet vorkommenden Kammmolch-Populationen (FFH-Art, Anhang II und IV) beherbergen, macht den geplanten Ausbau beider Strecken besonders pikant. Aus unseren Ausführungen leiten wir die Forderung ab, die beiden betroffenen Feuchtgebietskomplexe näher auf Amphibien, Reptilien und Fledermäuse zu untersuchen (ältere Untersuchungen und Beobach-tungen unserer Mitglieder deuten auf Rote Liste-Arten hin), insbesondere den Bereich Viehstraße/Südpark an der A61. Weiter legen wir schon jetzt dringend nahe, als eine Kompensationsmaßnahme im Zuge des Ausbaus eine oder mehrere Tunnel-Verbindung zwischen den beiden durchschnittenen Feuchtgebietshälften ins Auge zu fassen, um einen Individuen- und Genaustausch zwischen den einst zusammenhängenden Amphibienpopu-lationen wieder zu ermöglichen. Der Aufwand dafür ist möglicherweise im Rahmen des weiteren Ausbaus vertretbar. Er wurde seinerzeit bei der Errichtung der Autobahnteilstücke leider gescheut. Darüber hinaus empfehlen wir, die Ausbauflächen möglichst auf die den Naturschutzgebieten abgewand-ten Seiten der BABen zu beschränken und umgekehrt, ggf. anfallende Ausgleichsmaßnahmen und –flächen an die bestehenden Naturschutzgebiete zu binden. Bezüglich anfallender Kompensations-maßnahmen/-flächen machen wir abschließend darauf aufmerksam, dass zur Zeit im Bereich der Stadt Mönchengladbach ein erhebliches Kompensations(flächen)defizit aus Großmaßnahmen (Nordpark) besteht, dessen konkrete Umsetzung im Stadtgebiet offensichtlich Schwie-rigkeiten bereitet. Um dieses Defizit nicht noch weiter zu erhöhen, legen wir Wert darauf, dass im land-schaftspflegerischen Begleitplan bzw. im Planfeststellungsbeschluss die Kompensationsflächen konkret nachgewiesen werden.
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