Kreisgruppe Mönchengladbach

Zur Eröffnung der Ausstellung „Brennpunkt Klimawandel“


Es vergeht kein Tag, an dem die Medien nicht über den Klimawandel berichten. Auch wenn zeitweise Nachrichten über die Börse oder Verlagerung von Produktion ins Ausland im Vordergrund stehen, holen uns doch die Nachrichten zum Thema Klimawandel, dem Wort des Jahres 2007, immer wieder ein. So war kürzlich z.B. zu lesen, dass sich die Zahl der klimabedingten Naturkatastrophen seit 1990 verdoppelt hat.

Die Zeiten, als Wissenschaftler, die ernst genommen werden wollten, den vom Menschen verursachten Klimawandel leugnen konnten, sind endgültig vorbei. Elf der letzten zwölf Jahre zählen zu den wärmsten Jahren der letzten 150 Jahre. Laut BBC ist die CO2-Konzentration in der Atmosphäre heute größer als jemals zuvor in den letzten 20 Mio. Jahren.
Inzwischen scheinen auch viele Politiker die Signale verstanden zu haben: die EU fordert jetzt endlich von ihren Mitgliedsstaaten konkrete umfangreichere Maßnahmen.

Natürlich hat auch der BUND (mit inzwischen fast 400 000 Mitgliedern) sich längst dieses Thema zu eigen gemacht und warnt vor dem ungebremsten Ausstoß von Klimagasen, fordert und fördert Energiesparmaßnahmen, Investition in erneuerbare Energie und ökologische Landwirtschaft.
Zu diesen Aktivitäten des BUND gehört auch diese Wanderausstellung, die bis zum 12.Februar hier zu sehen ist. Sie informiert in augenfälliger und verständlicher Form über diesen ganzen Themenkomplex.

Ich kann hier nur einige Schlaglichter auf die Ausstellung werfen und dazu einige Anregungen geben:

1. Jeder Deutsche verursacht pro Jahr im Durchschnitt mehr als 10 Mio. Tonnen CO2, ein Afrikaner etwa nur den 10. Teil.
2. Während wir uns die putzigen Bilder von Knut und Flocke ansehen, schwimmen in der Arktis tausende von Eisbären um ihr Überleben.
3. Im Amazonasgebiet wird pro Jahr eine Waldfläche gerodet, die
halb so groß ist wie Deutschland. Dabei ist jeder Baum ein CO2-
Speicher, und durch die Verbrennung wird dieses CO2 freigesetzt.
4. Die Wüsten in Asien und Afrika breiten sich infolge der Erwärmung und
Trockenheit immer mehr aus. Die Folge sind Sandstürme und Hurrikans
mit verheerenden Folgen.
5. Obwohl infolge des Hurrikans Katrina etwa 1500 Menschen starben und
ein materieller Schaden von 125 Mrd. Dollar entstand, weigert sich die
US-Regierung hartnäckig, etwas gegen den enormenAusstoß an Treib-
hausgasen in den USA zu unternehmen. (Die USA sind für ein Viertel
des weltweiten Ausstoßes verantwortlich.)
6. Obwohl der Flugverkehr sehr stark zum Treibhauseffekt beiträgt, verzichtet
man immer noch darauf, das Flugbenzin zu besteuern.
7. Auch in Deutschland gibt es enorme Klimaschäden: Ich erinnere an die
Elbflut von 2002, die Schäden von 15 Mrd. € verursachte, und an den
Sturm Kyrill mit 7 Mrd. Versicherungsschäden. Trotzdem werden von
den großen Energiekonzernen 25 neue große Kohlekraftwerke geplant.
Wir alle haben die Bilder vom friedlichen Protest der Umweltschützer
in Neurath und von der Räumung der Obstwiese durch RWE noch vor
Augen.


Die Probleme sind global und riesig. Sind wir dieser Gefahr rettungslos ausgeliefert?
Die führenden Wissenschaftler sagen, dass der Temperaturanstieg zwar nicht sofort gestoppt werden kann, wohl aber gebremst und auf etwa 2 Grad begrenzt, wenn man jetzt konsequent handelt. Besonders die Industriestaaten sind aufgerufen, die Weichen umzustellen, denn sie verfügen schon jetzt über die nötigen Technologien. Wenn sie pro Jahr 3% weniger Treibhausgase ausstoßen, summiert sich das bis 2050 auf 80%.
Welche Maßnahmen können etwas bewirken? Wir kennen die Antwort, und jeder kann und muss etwas tun. Hier das Wichtigste in Stichworten:

· Konsequentes Energiesparen jeden Tag und überall,wo es sinnvoll ist (Hausbau, Autoproduktion, Elektrogeräte, Standby, Energiesparlampen, Heizungspumpen, ...)
· Steigerung der Energieeffizienz auf den genannten Gebieten
· Konsequenter und zügiger Ausbau der erneuerbaren Energien
· Umsteigen auf ökologische Landwirtschaft und Kauf regionaler Produkte


Zum Schluss möchte ich mich noch ganz herzlich bei der Stadtteilbibliothek dafür bedanken, dass wir diese Ausstellung hier zeigen können. Die BUND-Kreisgruppe MG hat deshalb wieder einige Bücher zum The-menkreis Umwelt und Naturschutz gekauft und möchte sie der Bibliothek und damit der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Wir wissen ja aus Erfahrung, dass die Bücher aus diesem Gebiet, die wir bisher schon gespen-det haben, mit am häufigsten ausgeliehen werden. Diese Bücherspende ist natürlich nicht ganz selbstlos: Wir hoffen, dass der ein oder andere Leser auf den BUND aufmerksam wird und bei uns mitmacht.
(Konrad Multmeier)




Ausstellung "Brennpunkt Klimawandel"

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